Aktuelles (25.04.2022)

Wir haben heute mit LocalZero unsere Klimavision für Kuppenheim 2030 veröffentlicht. Diese Analyse unserer Partnerorganisation GermanZero gibt einen aktuellen Überblick über unsere Emissionen und das CO2-Restbudget für Kuppenheim. Es listet zudem viele Beispiele für den Umbau und die Chancen für Kuppenheim auf (Kompakt-Reader, Gesamtbericht).

Auch haben wir wieder den Gemeinderat und den Bürgermeister angeschrieben und appellieren erneut und dringlich, Sofortmaßnahmen zur CO2-Reduktion noch bis zur Sommerpause auf den Weg zu bringen, damit Kuppenheim enkeltauglich bleiben kann (Pressemitteilung vom 27.4).

Nach Berechnungen von GermanZero haben wir unser CO2-Budget bereits in 2 Jahren überzogen, wenn wir so weiter machen wie jetzt und nicht schnellstmöglich und massiv CO2 reduzieren. Dies verdeutlicht die folgende Grafik …

Bei CO2-Emissionen von 73.000 t pro Jahr in Kuppenheim und einem Restbudget von 175.000 t läuft uns die Zeit weg (und die LocalZero-Daten gehen nicht nur von konservativ geschätzten 73.000 t sondern bereits von 101.000 t CO2 / Jahr aus).

Fakt ist: Bei gleichbleibenden Emissionen haben wir unser gesamtes CO2-Restbudget für Kuppenheim in spätestens zwei Jahren aufgebraucht und damit den zukünftigen Handlungsspielraum für unsere Kinder und Enkel massiv eingeschränkt!

Umgedreht formuliert: Wenn Kuppenheim das 1,5-Grad-Ziel von Paris noch einhalten will, müssen wir unsere Emissionen bis nächstes Jahr halbieren!

Der Gemeinderat muss deshalb JETZT konkrete kommunale Anreiz-Programme in den CO2-intensiven Sektoren Strom, Gebäude und Verkehr auf den Weg bringen. Es bleibt schlicht keine Zeit mehr, alleine auf den Klimaschutzmanager, auf ein noch zu erstellendes Konzept oder auf neuere CO2-Daten aus dem Land zu warten. Wir müssen jetzt handeln!

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Das Ziel von Kuppenheim4Future

Wir sind Kuppenheimer Familien, die seit 2019 vom Kuppenheimer Gemeinderat ein Klimaschutzkonzept fordern, dass das Pariser 1,5-Grad-Ziel erreichen kann…

Wir haben die aktuelle Klimaschutz-Situation in Kuppenheim und unsere Forderungen hierzu mehrfach mit den Verantwortlichen im Gemeinderat und der Verwaltung diskutiert.

Da bislang die Diskussionen mit dem Bürgermeister und den Fraktionsvorsitzenden ergebnislos geblieben sind, haben wir am 29. Juli 2021 erneut einen offenen Brief geschrieben. Am 23.08.21 haben wir einen Einwohner-Antrag beantragt, um unseren Forderungen Gehör zu verschaffen:

Unsere Forderungen:

• Vorreiter und Vorbild beim Klimaschutz in Kuppenheim zu werden und unverzüglich einen Grundsatzbeschluss zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2030 zu verabschieden.

• Ein neues, transparentes Klimaschutzprogramm zur Klimaneutralität 2030 mit einem überprüfbaren Reduktionspfad für Kuppenheim unverzüglich auf den Weg zu bringen.

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Warum Klimaneutralität bis 2030, reicht nicht auch noch später aus?

Der IPCC-Bericht von August 2021 stellt erneut und unmissverständlich klar, dass wir bereits bis 2030 mit über 50%iger Wahrscheinlichkeit die 1,5-Grad-Celsius-Grenze überschritten haben werden, wie die folgende Grafik zeigt (Quelle: www.showyourbudgets.org) …

Das bedeutet, dass Deutschland -und damit auch Kuppenheim- als absolutes Minimalziel bis 2030 Klimaneutralität erreichen muß – dann besteht noch eine 50:50 Chance, das 1,5 Grad-Ziel von Paris zu erreichen. Wenn man im besten Fall noch eine Wahrscheinlichkeit von 66% erreichen will, müßten wir in Deutschland bis 2026 bereits Klimaneutralität erreichen.

Machen denn 1,5 Grad einen so großen Unterschied zu 2 Grad Celsius? Hier eine gute Grafik dazu.

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Ist denn Klimaneutralität bis 2030 ist auch in Kuppenheim möglich?

Ja, es gibt genügend Kommunen, die Klimaneutralität für sich bereits bis 2035 oder 2030 beschlossen haben. In Europa gilt Kopenhagen (2025) als Vorbild. In Deutschland sind Marburg, Tübingen, Gießen München, Düsseldorf, Bonn, Schorndorf, Konstanz, Münster, Jena, Neumünster, Neuss, Soest, aber auch kleine Kommunen wie Sachsenheim, Markt Ergolding, Eberbach, Buchholz dabei. Und auch der Landkreis Karlsruhe will bis 2035 Klimaneutralität erreichen (hier Details).

Wir hören öfter: Welche konkreten Massnahmen sind sinnvoll? Kuppenheim liegt doch an der Autobahn und kann diese CO2-Emissionen gar nicht beeinflussen? Sind das nicht nur Absichtserklärungen oder setzt schon jemand konkrete Massnahmen um? …

Hier lohnt z.B. ein Blick auf Soest: Auch an einer Autobahn gelegen, wollte die Stadt erst 2035 klimaneutral werden, jetzt soll es bereits 2030 soweit sein. Im Juni 2020 hatte der Rat einen Katalog an Sofortmaßnahmen für den Klimaschutz auf den Weg gebracht. Weitere Maßnahmen aus dem Masterplan sind bereits in der Umsetzung. Erste Massnahme ist das 2000-Dächer-Programm bis 2030. Das Förderprogramm zur Photovoltaik ist am 03. Mai 2021 gestartet. Hier der 10-Punkte-Plan von Soest zum Überblick:

1) Bürger*innen kontinuierlich INFORMIEREN – SENSIBILISIEREN – MOTIVIEREN
2) Kein Erdgasnetz in Neubaugebieten
3) Energetische Sanierung fördern und Austausch aller Ölheizungen bis 2030
4) Elektrifizierung der Wärmeversorgung (Wärmepumpen)
5) Sukzessiver Ausbau erneuerbarer Wärmenetze
6) Solaroffensive zur Nutzbarmachung des technischen Potenzials
7) Akzeptanz für Windkraft schaffen und Projekte umsetzen
8) Verkehr vermeiden und verlagern
9) Elektrifizierung des Verkehrs vorantreiben
10) Öffentliche Gebäude als Vorbild (Energieversorgung und Sanierung)

Und hier noch ein Blick auf Saerbeck, 9000 Einwohner, Klimaschutzkonzept seit 2009, klimaneutral bis spätestens 2030. Produziert jetzt schon weit mehr erneuerbare Energie als es verbraucht, hat seinen CO2-Fußabdruck von 9 auf 5,5 Tonnen fast halbiert, «Gold» beim European Energy Award, ….

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Was denn nun: Kuppenheim 2026 oder 2035, 2050 oder 2070 klimaneutral machen?

Das hängt alleine von der Stärke der Maßnahmen ab. Kuppenheim bewegt sich mit seinem aktuell gültigen RegioEnergie-Klimaschutzkonzept auf ein Ziel jenseits des 3-Grad-Pfades zu – in den wahrscheinlichsten Szenarien würde Kuppenheim erst 2050-2070 Klimaneutralität erreichen …

Falls das Zielszenario erreicht wird: 2030: 33% Reduktion, bei linearer Reduktion 2040: 66%, 2050: 99%. Falls nur das Referenzszenario erreicht wird: 2030:-20%, 2040:-40%, 2050:-60%, 2060:-80%, 2070: -100%. Seit 2017 hat Kuppenheim noch keine Zahlen zur bisher erreichten THG-Reduktion veröffentlicht, deshalb wissen wir nicht, welches Szenario wahrscheinlicher ist.

In Deutschland leben bereits mehr als 13 Millionen Menschen in einer Kommune mit Klimaentscheid, aktuell laufen 50 Klimaentscheide parallel zu den hunderten Kommunen, die bereits einen Grundsatzbeschluss zum Klimanotstand ausgerufen haben.

Auch Kuppenheim4Future wird inzwischen von Germanzero unterstützt und wir sind zuversichtlich, unser Ziel «Kuppenheim:Klimaneutral2030» gemeinsam zu erreichen.

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